Ich heiße Steve Bimamisa-Alfajiri und bin 1984 in Kinshasa (Kongo) auf die Welt gekommen. Ich begann im Alter von 11 Jahren Gitarre zu spielen und wanderte 1998 mit meiner Familie nach Deutschland aus.
Pascal Ndambi Khonde
Die ersten Erfahrungen mit der Musik erlangte ich in jungen Jahren durch den faszinierenden Klang einer akustischen Gitarre, die mein Vater zu Hause stehen hatte. Ich war ganz hingerissen von dem Klang, welcher aus einem primitiven Holzinstrument entstehen konnte. Jedoch die große Leidenschaft zur Musik entwickelte sich erst mit der Bekanntschaft Pascal Ndambi Khone, mein erster Gitarrenlehrer.
In Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo, wo ich zur Welt kam und aufwuchs, ist die Gitarre allgegenwärtig. Ich wurde streng katholisch erzogen und musste jeden Sonntag in die Kirche gehen, obwohl es damals für mich eine Tortur war, bis ich eines Tages in der Messe auf den Gitarristen Pascal aufmerksam wurde. Ich sah zum ersten Mal live eine Band musizieren und war seit diesem Tag jeden Sonntag in der Kirche, um Pascal zu hören. Meine Faszination war so groß, dass ich jeden Sonntag eine halbe Stunde vor Beginn der Messe kam und als letzter aus der Kirche ging.
Pascal war ein angehender Pfarrer, der im Kirchenchor sang und Gitarre spielte. Ich war von ihm hingerissen, da er akustische Gitarre, E-Gitarre und Bassgitarre spielen konnte. Damals war ich so schüchtern, dass ich mich nicht traute Pascal zu fragen, ob ich bei ihm Gitarrespielen lernen konnte. Stattdessen schaute ich ihm vor und nach jedem Gottesdienst zu, wie er einen Soundcheck machte oder sein Equipment wieder einräumte. Doch eines Tages kam Pascal auf mich zu und fragte mich, ob ich Gitarre lernen möchte. Ich sehe mich noch als kleiner Junge, der so glücklich und sprachlos war, dass er nur nickte, um seine Bereitschaft zu zeigen. Ab diesem Zeitpunkt nahm ich regelmäßig Gitarrenunterricht bei Pascal.
Anfangs war es für mich schwer, da ich keine eigene Gitarre besaß. Darüber hinaus weigerte sich mein Vater, mir die Gitarre zu geben, die sich zu Hause befand. Denn mein Vater war nicht begeistert von meinem Vorhaben, weil im Kongo Musiker keinen besonders guten Ruf haben. Dort werden Musiker oft mit Negativem (wie Alkoholiker, Dealer, Schulabgänger usw.) assoziiert. Von diesem unbeirrt erhielt ich von Pascal eine Gitarre mit Saiten aus Gummi und nahm heimlich regelmäßig Unterricht bei ihm. Pascal brachte mir Grundkenntnisse in musikalischer Begleitung sowie Improvisation bei.
Er lehrte mich Lieder wie “Malaika” von Miriam Makeba, sowie Kirchenlieder wie “Stille Nacht, heilige Nacht”
RBG (erste Band)
Als Pascal im Rahmen seines Theologiestudiums nach Guatemala reiste, besuchte ich regelmäßig Proben von Bands meines Viertels. Es gab zu dieser Zeit dort viele Musikstile wie Hip-Hop, Reggae, Rap etc. Ich war damals nur an der typisch kongolesischen Musik interessiert, so entdeckte ich eine Band namens RBG. Die Band verfügte nur über wenige Instrumente, wie selbstgebaute Gitarren, eine Dosensammlung als Schlagzeug und sang ohne Mikrophone. Trotz diesen Bedingungen hatte diese Band makellose Musik gespielt. Die Band probte draußen im Freien, so dass jeder bei der Probe dabei sein konnte.
Sehr schnell schon konnte ich mich mit den Gitarristen anfreunden. Ich nahm Unterricht bei dem Bassisten und Leadgitarristen von RBG und durfte sehr bald einspringen, wenn einer der Gitarristen der Band nicht mitproben konnte. Durch RBG lernte ich Lieder zu arrangieren.
Des Weiteren habe ich bei Ihnen sehr viel über Harmonielehre in der Musik und Gesangstechniken erlernt. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich, Musiker zu werden und fing an, intensiv Gitarrespielen zu üben (bis zu 10 Stunden täglich).
Afro-Soleil
1998 entschied sich meine Familie, wegen des im Lande herrschenden Bürgerkriegs, den Kongo zu verlassen. Wir wanderten nach Deutschland aus. Hier entdeckte ich eine neue Liebe zur Musik und lernte neue Musikrichtungen kennen. Ich hörte zum ersten Mal Jazz, Blues, Rock etc. und war in mehreren Schulbands aktiv.

Zwei Jahre später lernte ich eine Stuttgarter Afro-Pop Gruppe namens Afro-Soleil
kennen, in der ich als Leadgitarrist und Bassist mitwirkte. Seit Anfang 2005 habe ich mich in Richtung Musikproduktion orientiert und gründete “Studio Ndombolo”.
In “Studio Ndombolo” konnte ich einen großen Teil meiner musikalischen Träume verwirklichen. Ich hatte immer geträumt, nach eigenen musikalischen Regeln selbständig zu arbeiten.
Bi-Ma-Mic (Bimamisa-Nzama/McManel-Michael)
Anfang 2004 verspürte ich intensiv den Wunsch, eine eigene Band zu gründen.
Bis dahin hatte ich sehr viele Musikrichtungen gespielt und mich davon ernährt, aber wenn ich die afrikanische Musik höre, spüre ich, wie sich meine Seele entfaltet.
Daher entschied ich mich, etwas Eigenes zu machen. Eine afrikanische Musik, die jedem zugänglich ist. Das Ergebnis ist eine Symbiose aus meinen afrikanischen Wurzeln und europäischer Musikkultur.
Mein Ziel ist es, Klischees über die afrikanische Musik zu widerlegen.
Ich möchte dazu beitragen, dass die sanfte Komplexität der afrikanischen Musik mit ihren traditionellen Chören und virtuosen Gitarren in Deutschland bekannt wird.
Mit meiner Vision konnte ich meinen besten Freund Michael überzeugen, an diesem Projekt mitzuwirken. Michael ist ein musikalisches Multitalent, der ursprünglich auch aus dem Kongo stammt. Ich kenne Michael aus unserer Zeit bei Afro-Soleil.

Michael war bei Afro-Soleil als Schlagzeuger, Percussionist und Sänger tätig.
Er kennt sich in der Musikkultur Afrikas sehr gut aus und beherrscht sehr viele Sprachen. Somit trägt Michael einen sehr bedeutenden Anteil an diesem Abenteuer mit.
Die Lieder von Bi-Ma-Mic werden international in Französisch, Deutsch, Englisch, Portugiesisch und den im Kongo verbreiteten Sprachen Lingala, Swahili, Kinkongo und Tshiluba gesungen.
